Wir fangen bei den Heizkörpern an, weil sich dort am schnellsten herausstellt, ob es überhaupt geht. Den Zählerschrank sehen wir uns zuletzt an, sein Umbau kann den Preis aber noch deutlich erhöhen.
Schritt 1: Heizkörpertest an einem kalten Tag
Stellen Sie den Vorlauf Ihrer jetzigen Heizung auf 55 °C und alle Thermostate auf Stufe 3. Werden alle Räume warm, kommt laut Verbraucherzentrale eine Wärmepumpe infrage. Der Bundesverband Wärmepumpe weist darauf hin, dass der Test nur bei niedrigen Außentemperaturen etwas bringt, denn an einem milden Herbsttag wird fast jedes Zimmer warm.
Den Wert finden Sie am Regler des Kessels, meist unter Heizkurve oder Vorlauf. Kommen Sie dort nicht weiter, machen wir den Test beim ersten Termin mit Ihnen, sofern es draußen kalt genug ist. Schreiben Sie auf, welcher Raum nach einigen Stunden kalt bleibt, denn oft sind es nur das Bad oder ein Eckzimmer mit zwei Außenwänden.
Für diese Räume kommen neue Heizkörper infrage. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nannte 2025 dafür 326 bis 1.207 € je Stück und im Median 642 €, das stammt aus 18 Angeboten. In ihrer Auswertung von 2026 war der Tausch in 23 % der Angebote enthalten, fragen Sie also nach.
Schritt 2: Welchen Vorlauf braucht das Haus?
Der Vorlauf ist das warme Wasser, das vom Gerät zu den Heizkörpern fließt. Wir planen mit höchstens 55 °C und möglichst mit 30 bis 50 °C, denn je Grad weniger braucht die Anlage 2 bis 4 % weniger Strom. Technisch gehen auch 70 °C, aber dann sinkt die Effizienz deutlich. Ein Beispielgerät mit 9 kW erzeugt bei 7 °C Außentemperatur und 35 °C Vorlauf aus einer Kilowattstunde Strom 4,48 Kilowattstunden Wärme, bei 55 °C nur noch 2,78.
Manchmal lässt sich der Vorlauf senken, ohne dass ein Heizkörper getauscht wird. Laut Bundesverband Wärmepumpe sind 80 % der Anlagen nicht abgeglichen, und in 90 % sind neue Ventile sinnvoll. Beim hydraulischen Abgleich stellen wir jeden Heizkörper auf die Wassermenge ein, die er braucht. Die KfW verlangt ihn ohnehin, dazu rechnerisch eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0. Wie Sie Heizkörper und Temperatur zusammen beurteilen, steht unter Heizkörper und Vorlauf.
Schritt 3: Heizlast erst aus dem Verbrauch, dann Raum für Raum
Aus Ihrer Abrechnung bekommen wir die erste Schätzung. Heizöl in Litern oder Gas in Kubikmetern geteilt durch 250 ergibt die Heizlast in kW, aus 2.000 Litern Öl werden so 8 kW. Die Leistung auf dem Typenschild des alten Kessels nehmen wir nicht als Maßstab, weil solche Kessel oft reichlich groß gewählt wurden.
Danach rechnen wir nach DIN EN 12831 für jeden Raum mit der Norm-Außentemperatur Ihrer Postleitzahl, in Köln −7,0 bis −8,7 °C. Tiefer kann es trotzdem gehen, 2022 wurden in Köln/Bonn −13,8 °C gemessen. In solchen Stunden hilft der Heizstab, den 84 % der Anlagen im Feldtest hatten, im Jahresmittel stand er bei Außenluft-Anlagen für rund 1,3 % der elektrischen Arbeit. Die Rechenwege stehen unter Größe berechnen.
Schritt 4: Reicht der Zählerschrank?
In älteren Häusern hängt oft noch ein Schrank, der für das Gerät umgebaut werden muss. In der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Juli 2026, 160 Angebote) war der Umbau in 46 % nicht enthalten. Wo ein klarer Preis genannt war, lag er im Median bei 2.966 €, die Spanne reichte von 350 bis 7.765 €.
Steht in einem Angebot „Anschluss bis zum bauseits vorhandenen geeigneten Zählerschrank“, ist laut Verbraucherzentrale nur die Leitung bis zum Schrank im Preis. Ob ein vorhandener Schrank weiter genutzt werden kann, prüft bei uns der Elektrofachbetrieb nach den Vorgaben von RheinNetz. Wer später den Tarif nach Modul 2 mit eigenem Zähler möchte, braucht dafür zusätzlich Platz im Schrank, ob sich das lohnt, rechnen wir unter Stromtarif vor.
Mit diesen vier Ergebnissen schreiben wir das Angebot. Wie es danach mit Bestätigung, Vertrag und Antrag weitergeht, erklären wir beim Heizungstausch.